LADING

Skelettblätter selber herstellen..

..ist verflixt und nahezu unmöglich!!! ..zumindest für mich.

Daher würde ich empfehlen, die hübschen Blätter im nächsten Bastelbedarf zu besorgen..

..ausser man hat Ahnung davon und kennt einen geheimen Trick
ODER man hat viel Geduld und viel Zeit und erfreut sich Experimenten, die in Hülle und Fülle nicht das erwünschte Ergebnis bringen
ODER man ist einfach nur ein Sturschädel, wie ich es einer bin.

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Irgendwann kam mir der Gedanke Herbst – Blätter sammeln – Skelettblätter!!! Die sehen toll aus und daraus kann man bestimmt hübsche Sachen machen.

Gedacht, getan??????

Nun, erstmal habe ich natürlich recherchiert, wie das den überhaupt funktioniert und ich habe viele nette Tutorials zu diesem Thema im Netz entdeckt.

HIER mein absolutes favorit Tutorial das es tatsächlich geschafft hat, auf mehreren verschiedenen Seiten aufzutauchen.
Coole Sache! Denn aus Ahornblättern werden wie aus Zauberhand hübsche bunte Skelettblätter wie aus dem Bastelladen! Auch sehr amüsant zu lesen sind die äusserst kompetenten Antworten auf die Fragen in den Kommentaren 😉

Aber man findet natürlich auch Beiträge von Leuten, die es offensichtlich tatsächlich geschafft haben, Blätter zu skelettieren. Jedes Tutorial hat im Grunde das gleiche Rezept: Blätter, Wasser und irgendeine Art von Soda.

SODA (Natriumcarbonat), auch Waschsoda, calciniertes Soda, kohlensaures Natron oder Reine Soda genannt, wird von fast allen Industriezweigen, wie z.B. der Glasindustrie, Waschmittel- und Reinigungsindustrie uvm. verwendet und ist eines der vielseitigsten chemischen Produkte.

Dabei ist es sehr umweltschonend, denn Soda bindet im Abwasser Säuren (z.B. saurer Regen) und Calciumbicarbonat. Es entstehen gewöhnlicher Kalkstein und Kohlensäure, beides Mineralien, die fast jedes Mineral- oder Trinkwasser enhält.

Im englischen Sprachraum spricht man meist von washing soda.

Soda ist prima als Haushaltsreiniger, ob zum Putzen oder zum Wäsche waschen verwendbar. Jedoch sollte man keine aluminiumhaltigen Oberflächen oder tierische Fasern wie Wolle oder Seide damit reinigen, da die Fasern vor allem in heißer Lauge zu quellen beginnen.
Letzteres ist wohl auch der Grund warum man zum Skelettieren von Blättern Soda verwendet.

Beim Umgang mit Soda sollte man zu langen Hautkontakt vermeiden. Das feine Pulver kann auch leicht stauben und daher sollte man darauf achten, Augen und Atemwege zu schützen.

Soda sollte trocken aufbewahrt werden, da es mit Berührung von Wasser leicht Kristallsoda bildet.

Kristallsoda ist in Österreich mehr verbreitet und ist eine leichte Abwandlung des Reinen Sodas. Es ist fast genauso anwendbar wie Reines Soda, da es aber gebundenes Wasser enthält, benötigt man größere Mengen.

NATRON (Natriumhydrogencarbonat), auch Backsoda, Natriumbicarbonat, Speisenatron oder Speisesoda genannt, wird als Lebensmittelzusatz E 500 auch im Backpulver verwendet.

Im englischen Sprachraum ist es unter baking soda oder bread soda bekannt.

Bei Hitze, Feuchtigkeit und Kontakt mit Säuren setzt Natron Kohlensäure frei und sorgt dadurch unter anderem für einen lockeren Teig beim Backen.

Natron wird in der Körper- und Mundhygiene eingesetzt und ist ein beliebtes Mittel gegen Sodbrennen.

Sowohl Soda als auch Natron kann zur Haushaltsreinigung verwendet werden.

Quellen:
Seilnacht
smarticular.net
chemie.de
toxcenter

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Aber nun zurück zu den Blättern!

Ich habe alles probiert! Alle Arten von Blätter und alle Arten von Sodas, verschieden lange Kochzeiten und verschiedene Techniken und Werkezuge beim runter pulen der Blatthaut!

In den letzten Wochen habe ich wieder und wieder Berge von verschiedensten Blätter nach Hause genommen und abends ein Süppchen damit gebraut.

Ich experimientierte mit Natron (Backsoda), Kristallsoda und Reines Soda, doch immer mit dem gleichen Ergebnis: Blättergatsch und fiese Laune..

Mein Freund verdrehte nur noch die Augen und meinte, warum ich mir das antue, wenn ich solche Blätter doch eh kaufen kann! Recht hat er, aber ich wollte es unbedingt, zumindest ein Skelettblatt selber machen!

Dann fand ich ein Tutorial von Christine de Beer mit dem „gleichen“ Rezept wie alle anderen, nur dass sie Natron im Ofen zu Soda umwandelt!

Hm, noch ein Versuch war es wert, denn schaut man sich auf ihrem schönen Blog My creativ Workbook um, dann bekommt man großes Vertrauen darin, dass diese Frau weiß, wovon sie redet!

..und warum sollte nun Soda, dass man aus Natron selber hergestellt hat besser sein als fertiges Soda aus dem Laden?? Ich weiß es nicht.

Sei es das im Ofen selbst hergestellte Soda, das richtige Blatt oder einfach nur Glück? Es hat diesmal aber funktioniert und ich schaffte es sogar 6 Skelettblätter zu machen!!!!

Da war ich so seelig, dass ich kurz den ernsthaften Gedanken hegte, weiter zu machen und versuchen wollte noch mehr Blätter zu skelettieren!!
Zum Glück war der Gedanke nur kurz, denn es ist sehr zeitaufwendig und ich möchte mich wieder anderen Projekten widmen.

Trotzdem hat mir mein Skelettblatt-Erfolgserlebnis große Freude bereitet und ich bin immer noch mächtig stolz auf meine 6 kleinen Skelettblätter!
Dieses mühselige, beinahe unmögliche Skelettieren von Blättern hat demnach großes Suchtpotential.

Für jene, die sich von meinem Gejammere nicht abschrecken haben lassen, und es selber ein Mal versuchen wollen Skelettblätter herzustellen, zeige ich, wie ich es gemacht habe..

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Man benötigt
Blätter
200 g Natron
0,5 Liter Wasser + Wasser zum nachgießen

großer Topf
feuerfeste Form
Pinsel in verschiedenen Stärken
einmal Handschuhe
Küchenpapier
glatte Arbeitsunterlage beim Skelettieren der Blätter

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1. Das Natron in die  feuerfeste Form geben und mindestens für 30 Minuten in dem auf 200 °C vorgeheizten Backofen stellen.

Beim Erhitzen verwandelt sich angeblich Natriumcarbonat zu Natriumhydrogencarbonat. Angeblich, da ich keine handfeste Information darüber finden konnte.

Da Soda die Haut reizen kann, empfielt es sich bei der Arbeit Handschuhe zutragen.

2. In der Zwischenzeit Wasser aufkochen. Man kann ruhig etwas mehr Wasser kochen, denn da beim Kochen der Blätter viel Wasser verdampft, muss man immer wieder etwas Wasser nachgießen.

3. Das Soda und das Wasser in einen Topf geben und zusammen aufkochen lassen und die Temperatur etwas runter drehen.

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4. Verschiedene Blätter in den Topf geben und für mindestens 1 1/2 Stunden leicht köcheln lassen.

Am besten sollen angeblich wachsige Blätter funktionieren.
An der Rückseite der Blätter kann man gut die Blattadern sehen. Hier gilt, umso mehr desto besser das Resultat.

Angeblich funktionieren Ahorn, Magnolia, Zitronenbaum, Efeu, Hortensien oder Gardenien sehr gut.

Manche Blatttsorten verfärben sich und werden braun während dem Kochen, andere bleiben grün.

Wie schon erwähnt, ich habe viele verschieden Blätter ausprobiert, aber nur die Blätter eines Strauches konnte ich tatsächlich skelettieren.
Leider habe ich keine Ahnung, wie diese Pflanze heißt. Ich habe einige Leute im Park gefragt, aber niemand konnte mir dabei weiterhelfen.

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Auch die Suche im Internet war erfolglos, will heißen, fragt man nach Strauch mit grünen Blättern.. Ihr könnt euch wohl vorstellen, was dabei raus kommt.

Aber ich hab das Gebüsch fotografiert und vielleicht gibt es jemand, der etwas mehr Ahnung von Botanik hat und mir den Namen der Pflanze verraten kann..

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5. Wenn die Blatthaut anfängt weich zu werden und sich von den Adern löst, werden die Blätter vorsichtig heraus genommen. Das Ende eines Holz-Kochlöffels eignet sich dafür sehr gut.

6. Das Blatt gründlich mit sauberem Wasser reinigen, um Reste von Soda zu vermeiden.

7. Das Blatt auf eine glatte Unterlage legen und mit Küchenpapier trocken tupfen.

8. Das Blatt mit sauberem Wasser bepinseln und mit einem Pinsel vorsichtig die Blätterhaut weg streichen.

Bei mir hat das mit dem Wegstreichen gar nicht funktioniert. Bei diesen Blättern habe ich einen etwas stärkeren Pinsel mit festeren Borsten verwendet und die Blatthaut mit den Borstenspitzen weg geklopft. Das hat lang gedauert und war ein bisschen anstrengend, aber es war herrlich zu sehen wie die Blattadern mehr und mehr zum Vorschein kommen!

Man kann gerne verschiedene Pinsel ausprobieren, denn nicht jeder Pinsel ist dafür geeignet. Ist der Pinsel z.B. zu weich, wird es schwierig sein, die Blatthaut weg zu bekommen. Ist der Pinsel zu hart erhöht sich die Gefahr, das Blatt zu „verletzen“.

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9. Das Blatt immer wieder trocken tupfen und mit frischem Wasser bepinseln.

10. Hat man die eine Seite des Blattes fertig, wird das Blatt gewendet und der Vorgang wiederholt.

Bei meinen Blättern war ein Wenden unnötig. Ich tat es zwar trotzdem, da es an einer Seite manchmal einfacher ging als auf der anderen, doch durch das Klopfen mit dem Pinsel wurde das Grün vom Blatt automatisch auf beiden Seiten entfernt.

Die Blätter des mir unbekannten Strauches sind sehr empfehlenswert! Ihr Skelett ist im Gegensatz zu all den anderen Blättern, die ich versucht hatte zu skelettieren, extrem robust und beinahe nicht kaputt zu bekommen. Demnach konnte ich sehr gut damit arbeiten und 6 von 6 Blättern waren ein Erfolg!

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11. Will man die Blätter schneeweiß, so kann man sie schnell und einfach mit Bleichmittel bleichen. Die Blätter in eine Schüssel geben und mit Bleichmittel bedecken.
In nur wenigen Minuten verschwindet das letzte Grün der Blätter und man erhält ein schönes weißes Ergebnis.

Auch hierbei habe ich rum probieren müssen, denn ich habe mit Bleichmittel keine Erfahrung und  nahm das zur Hand, was wir Zuhause hatten.

Nun kann ich euch verraten, ein Intensiv Entfärber für die Wäsche, der schließlich 30 % Bleichmittel enthält, funktioniert nicht.

Ich möchte keine Werbung machen, aber was beim Bleichen super funktioniert hat war Dan Klorix, ein Hygiene Reiniger mit dem Wirkstoff Natriumhypochlorid. Bei uns in der Drogerie, war es das einzige Bleichmittel dieser Art.

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Ich bin so glücklich über meine selbst hergestellten Skelettblätter und habe natürlich gleich etwas damit basteln müssen!! Seid ihr neugierig, was ich damit gemacht habe?

Hier ein kleiner Hinweis..

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..aber mehr verrate ich erst beim nächsten Mal!

Liebste Grüße!

 

..eure Susanna

 

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(9) Comments

  • facile et beau - Gusta
    17. November 2016 at 13:16

    also mit dem gebüsch kann ich dir auch nicht weiter helfen. das sieht so ziemlich aus wie fast alles *lach*. was für ein aufwand! dafür sehen die blätter wirklich elfenhaft aus.
    liebe grüße
    gusta

  • anni. k
    17. November 2016 at 14:00

    Strauch mit grünen Blättern….ich schmeiß mich weg :-D….sehr schön. Blätter skelettieren habe ich mir auch schon mal überlegt, aber dein Bericht schreckt mich dann doch ehr ab. Mal sehen wann ich die Zeit und Nerven finde. Nach dem Strauch werde ich mal meinen Onkel fragen. Der ist recht firm was Botanik angeht.
    Lass es dir gut gehen!!!

  • Angie Du
    17. November 2016 at 17:35

    Liebe Susanna,
    diese Sturheit scheint eine Charaktereigenschaft von uns DY-lern zu sein. Wenn es nicht geht, dann erst recht *lach*.
    Deine Ergebnisse überzeugen mich sehr. Die Blätter sehen wirklich sehr elfenhaft aus. Mir wäre so ein Aufwand jedoch zu groß und deshalb bewundere ich lieber Deine Blätter :-).
    Bei dem Strauch stehe ich auch auf dem Schlauch. So gut wollen meine botanischen Kenntnisse dann doch nicht sein.
    Jetzt warte ich gespannt darauf, was Du aus den Blättern gebastelt hast.
    Lieben Gruß
    Angie

  • Nähkäschtle
    17. November 2016 at 18:38

    Herzlichen Glückwunsch zu den tollen Ergebnissen kann ich da nur sagen. LG Ingrid

  • anni.k
    20. November 2016 at 18:50

    Könnte es Lorbeer sein???

  • mamsell su
    22. November 2016 at 10:48

    Liebe Gusta! Das war echt ziemlich mühsam und ich bin soo froh, dass es doch noch geklappt hat, ansonsten würde ich vielleicht sogar noch immer Blätter kochen.. umso mehr freut es mich, dass sie dir gefallen!!!
    Ganz lieben Gruß!
    Susanna

  • mamsell su
    22. November 2016 at 10:53

    Liebe Anni!! Wenn´s klappt, ein Blatt zu skelettieren, dann ist das schon ein tolles Gefühl!!! und ich weiß ja nicht, ob ich einfach kein Händchen dafür hab und es daher so schwierig für mich war! Bei anderen Tutorials sieht es so selbstverständlich einfach aus!
    Du bist so lieb, dass du bezüglich des Strauches Nachforschungen unternommen hast!!!! DANKE!!! <3 Ich glaube aber eher nicht, dass es Lorbeer ist, da die Blätter nicht so fest wie Lorbeer sind und ich würde annehmen, dass Lorbeerblätter würzig riechen. Diese rochen aber nach nix..
    Ich wünsche dir eine ganz feine Woche!!
    Ganz lieben Gruß!
    Susanna

  • mamsell su
    22. November 2016 at 10:53

    Danke, liebe Ingrid!!! <3

  • mamsell su
    22. November 2016 at 10:56

    Liebe Angie, ein bisschen stur sein ist ja auch kein Fehler, vor allem wenn man immer wieder Neues probiert! Aber in nächster Zeit werde ich einen grlößeren Bogen um solche Experimente machen! Ich war völlig Ahnungslos, was das für ein Aufwand ist!! Hätte ich es gewußt, wär ich wohl kaum in Versuchung geraten es zu probieren 😉
    Es freut mich sehr, dass dir meine Blätter gefallen!!!
    Ganz lieben Gruß!
    Susanna

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