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Fashion Revolution Day 2016 -This is not ok!

Susanne von Mamimade machte schon letztes Jahr auf die Missstände der Fashion Industrie und den Produktionsbedingungen von Kleidungsstücken aufmerksam.

Dieses Jahr ruft sie wieder zu einer großartigen Aktion, die diesen Tag gedenken soll!

..und da mache ich gerne mit! Denn ein Foto von mir an der Nähmaschine ist ja schnell gemacht!

Genaueres dürft ihr gerne in Susannes Beitrag lesen!

Worum es geht und warum der Fashion Revolution Day ins Leben gerufen wurde:

Es geht um das Unglück von Rana Plaza in Bangladesch.

Den folgenden Text habe ich mir erlaubt, von Susanne zu mopsen:

Am 24. April 2013 stürzte ein Gebäude ein. Es war nicht irgendein Gebäude. Es war kurz zuvor um 3 Stockwerke erweitert worden. Statische Kontrolle oder Genehmigung gab es keine. In Rana Plaza befanden sich eine Bank, ein paar Läden und eine Nähfabrik. Am 23. April, am Tag vor dem Unglück, waren Risse in den Mauern des Gebäudes aufgetaucht,
Das Gebäude war evakuiert worden.
Am nächsten Morgen hielten die Bank und die anderen Läden geschlossen. Zu unsicher. Der Inhaber der Nähfabrik hatte Druck. Wer für die großen Modeketten produziert, produziert auf Termin. Es musste genäht werden. Als wurden die Arbeiterinnen gezwungen in das Gebäude zu gehen. Es wurde ihnen angedroht, dass sie ihren Job verlieren würden. Jobs, mit denen sie ihre Familien erhielten oder unterstützten. Bangladesh ist bettelarm.
Mit einem extrem unguten Gefühl gingen die Frauen in die Fabrik. Kaum waren sie drin, fiel der Strom aus und einige Sekunden danach brach das Gebäude in sich zusammen.

1127 Personen starben.
2438 Personen wurden verletzt.
Unzählig verloren Beine und/oder Arme.

Seither gedenkt die Welt jedes Jahr am 24. April diesem furchtbaren Ereignis, dem Fashion Revolution Day. Frauen, die genäht haben, starben, weil ein Liefertermin mehr wert war/ist, als ein Menschenleben.  

Weil die Produktion eines Kleidungsstück keine Bedeutung für diese Welt hat. Welche Arbeit dahinter steckt, das wissen die Menschen nicht mehr. Und was man nicht kennt, kann man nicht schätzen.

(Ausszug aus Susannes Beitrag)

Die letzte Äusserung aus Susannes Beitrag finde ich sehr wichtig, da leider wahr!

Ich hab eine Preisauffschlüsselung für ein T-Shirt um 29 € aufgefunden und wie ich denke, muss man dazu nicht viel sagen:

Wer zu dem Thema mehr nachlesen möchte, findet unter den unten angeführten Links einiges an Info dazu:

INKOTA

Lohn zum Leben
sehr interessant auch ein Firmencheck auf deren Seite!

Clean Clothes Campaign

fairwear foundation

Ich selber beschäftige mich mit dem Thema erst seit dem ich vor etwas mehr als 2 Jahren zu nähen anfing.
Zu Beginn habe ich meist nur Püppchen und Kinderspielzeug genäht und wurde dann plötzlich darauf angesprochen, warum ich denn keine zum Verkauf nähen möchte.
Da fing ich zu überlegen an, wie viel so ein Stoffpüppchen im Laden kostet, wie viel andere willig wären dafür zu zahlen und wie viel Zeit und Arbeit ich darin stecke.
Schnell kam ich zu dem Entschluss, dass ein Verkauf ausser Debatte steht, denn für höchstens 30 oder 40 € pro Püppchen hätte ich einen Stundenlohn von etwa 2 € und den zusätzlichen Stress, dass es dann ja auch perfekt genäht sein muss.
NIE und NIMMER! Dann nähe ich lieber für meine Lieben und habe weiterhin einfach nur Spaß daran!

Meine eigene kleine Hochrechnung war mir ein Fingerzeig und seither wird mir immer mehr bewusst, was hinter all dem steckt und dass bei einem T-Shirt für 10 € einfach etwas nicht stimmen kann. Da muss jemand mächtig den Kürzeren ziehen und das IST NICHT OK!

Seit meiner ersten Schwangerschaft 2013 habe ich eigentlich keine Kleidung gekauft. Schwangerschaftskleidung zu kaufen fand ich unnötig, da ich die Klamotten dann eh nur die letzen 2 – 3 Monate der Schwangerschaft trage und danach wollte ich mir erst wieder etwas kaufen, wenn ich wieder meine alte Größe zurück habe.
Als ich meine Kilos gerade Mal wieder runter hatte, klopfte schon der nächste Nachwuchs an und so kam es, dass ich rein zufällig in den letzten drei Jahren so gut wie nix gekauft habe.
Gut ok, dadurch trug ich schon meine tägliche Uniform: weites Kleidchen oben und Leggings unten – was der Schrank halt so hergab, aber damit konnte ich ganz gut leben.

Mittlerweile  habe ich wieder meine gewünschte Form, bin aber „gerade eben“ auf den Geschmack gekommen auch selber Kleidung zu nähen.
Für meinen Freund Vladimir habe ich in den letzten Jahren bereits 4 Hosen genäht, da sich seine Lieblingshose vom vielen Tragen schon auflöste. Die Hose habe ich den Nähten entlang aufgeschnitten und einfach nachgenäht. Er liebt seine Hosen und ist so happy, dass er nicht Hosen shoppen muss.
Ich hab nun endlich auch für meine Mädels jeweils ein Kleidchen genäht und entdeckt, dass es ja gar nicht so schwer ist und mit ein bisschen Übung werden meine selbstgenähten Kleidungsstücke bestimmt auch immer besser!

Mir schwirren schon einige To-Do-Projekte im Kopf rum – auch für mich! – und ich freue mich schon riesig darauf! Denn Selbstgenähtes ist doch echt etwas besonderes!

Mir ist schon klar, dass nicht jeder Zeit, Lust oder oder auch die Fähigkeit besitzt zu nähen und das ist auch vollkommen in Ordnung!
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis nähen die aller wenigsten und diejenigen die nähen, haben  neben Job und Alltag auch nur wenig Zeit dafür.
..und warum sollte selber nähen automatisch fair sein? Woher kommen die Stoffe und wie wurden sie produziert?

Nur noch nähen und nichts mehr kaufen, werde ich auch bestimmt nicht. Dafür hätte ich nicht die Zeit.
Ich werde selbstverständlich Kleidung shoppen gehen, vor allem für meine Kleinen, die fast monatlich ihre Größe ändern, doch nun denke ich viel weiter und versuche mich nicht mehr nur über den Preis, sonder auch über die Marke zu informieren. Denn auch teure Kleidung kann sehr wohl unfair produziert worden sein!!

Ganz klar, einfach ist es nicht und es fehlt auch die Zeit, sich bei jedem Kauf über die Herkunft und Produktion zu informieren.

Aber jeder kann seine Sicht auf das Thema Kleiderproduktion erweitern und vertiefen und versuchen, seine Wahl fair zu treffen. Denn will man es genau nehmen, so ist der Endverbraucher genauso an den Missständen beteiligt, wie auch die Produktionsfirma und der Verkäufer. Da hilft es nichts, seine Augen davor zu verschliessen!

 

..eure Susanna

 

 

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Spara

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(6) Comments

  • Angie Du
    23. April 2016 at 18:58

    Liebe Susanna,
    mensch! … da sieht man Dich ja mal richtig :-))).
    Dieses Thema geht wohl jeden etwas an. Genauso wie andere faire Produkte z. B. Lebensmittel, die unter wer weiß was für Bedingungen hier her kommen. Und es stimmt auch, dass jeder seinen Beitrag im Kleinen dazu leisten kann.
    So haben eben auch die Blogs etwas gutes, da sie auf dieses Thema aufmerksam machen.
    In dem Sinne, liebe Grüße
    Angie

  • Ursula InaMaka
    24. April 2016 at 12:49

    Liebe Susanna,
    ein schöner Beitrag zum Thema!!!!
    Was mir an der Aktion auch gefällt, ist der Nebeneffekt, dass man viele Bloggerinnen an ihren Maschinen sieht. 🙂 SO bekommen die Beiträge ein Gesicht. 🙂
    Liebe Grüße
    Ursula

  • Sonja - The Crafting Cafe
    24. April 2016 at 19:52

    Liebe Susanna,

    ein schöner Beitrag! Und Du bist auch da! Ich kann mich Ursula nur anschließen: Es ist echt schön mal all die Nähbloggerinnen an ihren Maschinchen zu sehen :).
    LG, Sonja

  • mamsell su
    26. April 2016 at 8:45

    Liebe Angie!
    Ist ja eine willkommene Gelegenheit, auch Mal ein Foto von mir auf meinem Blog zu zeigen. Ich finde mich ja sehr unfotogen und daher sträube ich mich lieber davor. Der Schatten um meine Augen kaschiert zumindest ein bisschen meine müden Augen 🙂

    Du hast vollkommen recht, nicht nur die Produktion von Kleidung, sondern eben auch vor allem bei Lebensmittel oder Kosmetika sollte man bewußter einkaufen. Da betrifft es sowohl Menschen als auch Tiere. Aber es ist nicht einfach, denn nur fair zu kaufen ist in unserer Gesellschaft sehr schwer, daher muss man sich mit kleinen Schritten zufrieden geben..

    Lieben Gruß und einen guten Start in die Woche!
    Susanna

  • mamsell su
    26. April 2016 at 8:49

    Danke, liebe Ursula! 🙂
    Ich find´s auch so nett, dass im Zuge der Aktion viele Bloggerinnen nun ein Gesicht bekamen! Das macht´s ja doch etwas persönlicher.

    Lieben Gruß!
    Susanna

  • mamsell su
    26. April 2016 at 8:51

    Liebe Sonja, danke! 🙂
    Ich bin ganz eurer Meinung. Auch ein Grund für mich, mich diesmal nicht hinter der Nähmaschine zu verstecken 🙂

    Lieben Gruß,
    Susanna

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